Verstand benützen oder ihn nähren ?

 

 

“Es ist keinesfalls dasselbe, den Verstand zu benutzen bzw. ihn zu nähren” (Vol. 6, S. 288).

  

Was ist nun der Unterschied? Mach mal folgende typische Schulübungen.

 

Als erstes ordne jedes Wort seiner Bedeutung zu.

 

________ Verstand

 

________ nähren

 

________ verwenden

 

a. Das Nutzen einer Möglichkeit oder eines Mittels, um einen Zweck zu erfüllen bzw. ein Ergebnis zu erzielen.

b. Mit Lebensmittel versorgen.

c. Der Bestandteil einer Person, der es ermöglicht, sich etwas bewusst zu sein, zu denken und zu fühlen.

 

Beantworte als nächstes diese Frage:

 

Was ist die Bedeutung der Redensart “Auf keinen Fall”?

 

Und nun löse dieses Rätsel.

 

Schreibe sieben Wörter auf, die du mit den Buchstaben des Wortes “DING” bilden kannst.

 

Wie geht es dir dabei? Ich denke, du stimmst mit mir überein, dass du deinen Verstand bei diesen Übungen benutzt hast. Er hat dazu beigetragen, die richtigen Antworten zu finden. Aber hat er dich inspiriert, ernährt oder gefüttert? Hat es dazu beigetragen, “gesunde” Ideen in dir wachzurufen? Bist du dadurch als Person gewachsen oder geformt worden?

 

Alle Wörter, mit denen du dich in den Übungen beschäftigt hast, können in der Aussage von CM gefunden werden:

 

“Es ist keinesfalls dasselbe, den Geist zu benutzen bzw. ihn zu nähren.” (Vol. 6, S. 288)

 

Einfach nur dieses Zitat zu lesen, nährt schon unseren Geist.

 

Der Unterschied

  

Ich denke, das ist der Unterschied. Eines von Charlottes Prinzipien war, dass “der Geist durch Ideen genährt wird”. Das heißt, wenn die Schüler mit bloßen Tatsachen konfrontiert werden (ob sie nun gelernt, auswendig gelernt bzw. wiederholt werden), gebrauchen sie dazu zwar ihren Verstand. Genährt werden sie aber erst durch Ideen.

Lebendige Ideen, die Emotionen berühren und die Phantasie anregen.

 

In der Ausbildung, die sich an die Prinzipien und Methoden von CM hält, bekommt der Schüler fortwährend “nährende Ideen”, selbst wenn er sich nur mit den Tatsachen, die sie beinhalten, beschäftigt. Es ist ein ausgewogene und natürliche Vorgehensweise und viel mehr als sich nur verstandesmäßig mit Tatsachen zu beschäftigen.

 

Als ich über das Zitat von CM nachgedacht habe, habe ich mir überlegt, welche Aktivitäten dazu beitragen, den Geist zu füttern. Ich habe mir dann zwei Listen erstellt, die ihr hier sehen könnt. Lasst mich wissen, was ihr darüber denkt.

 

1. Den Verstand einsetzen durch

 

- Tatsachen einprägen und auswendig lernen

- Sich an Tatsachen erinnern und Fragen beantworten

- Mathematikformeln üben

- Mathematikwissen in einem zeitlich begrenzten Rahmen “drillen”

- Wortsuche in Rätseln

- Buchstabierwettbewerbe

- Satzzeichen in Sätzen absichtlich falsch setzen

- Körperliche Fertigkeiten trainieren, um ein Handwerk zu erlernen

- Anmalen, Ausschneiden und Kleben nach einem Muster

- Problemlösende Spiele am Computer

- Wörterlisten mit Definitionen abschreiben

 

2. Den Geist nähren durch

 

- Lesen von Büchern, die voll „lebendiger“ Ideen sind

- Zuhören von guten  und schönen Gedanken aus der Poesie

- Zeit in der Natur (Gottes Schöpfung) verbringen, genau anschauen und hinhören

- Konzentriertes Zuhören guter Musik

- Genaues Anschauen von beeindruckenden Kunstwerken

- Mathematische Wahrheiten im Alltag anwenden

- Buchstabieren und Zeichensetzung durch Klassische Literatur entdecken

- Die Bibel auswendig lernen, Texte der Hymnen und Gedichtkunst

- Gute Lieder und Hymnen singen

- Vorbild sein durch gute Gewohnheiten und Charaktereigenschaften

 

Wenn ich die 1. Liste anschaue (den Verstand benutzen), denke ich an meine eigene Schulzeit zurück und wie es damals war. Für viele Schüler ist es auch heute noch so. Sie sind zwar damit beschäftigt, ihr Gehirn zu benützen, aber sie werden selten motiviert, ihren Verstand und Geist zu nähren, um zu wachsen und aufzublühen.

 

Beschäftige dich nicht zu sehr mit dieser ersten Liste. Eine Ausbildung nach der CM-Methode bietet viele Möglichkeiten, den Geist und Verstand zu nähren und zu wachsen. Mach nicht den Fehler und setze sie nicht der “Unterernährung” aus. Biete genügend Nahrung an, den Verstand deiner Schüler zu nähren.

 

“Es ist keinesfalls dasselbe, den Verstand zu benutzen bzw. ihn zu nähren”.

 

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