Der zweite Schritt zu guten Gewohnheiten: Motivation

 

 

Beim letzten Mal haben wir erkannt, wie wichtig Wiederholung zum Einstudieren guter Gewohnheiten ist. Beim Balletttanz ist regelmässiges Üben notwendig. Das gilt auch im Alltag. Je öfter man zu einer bestimmten Zeit in der Früh aufsteht, umso leichter wird es. Übung macht bekanntlich bei allen Dingen den Meister.

 

Der zweite Schritt zu guten Gewohnheiten ist genauso wichtig wie der erste; vielleicht sogar noch wichtiger: Wir brauchen einen guten Grund, eine neue Gewohnheit einzustudieren. Irgendetwas oder irgendjemand muss mich beispielsweise dazu motivieren, zu einer bestimmten Zeit in der Früh aufzustehen.

 

Mache es die Mühe wert

 

Charlotte Mason sagte Folgendes:

 

“ Säe eine Gewohnheit, ernte guten Charakter. Wir müssen aber einen Schritt weiter gehen. Wir müssen zuerst eine Idee oder einen Grund vermitteln, der es die Mühe wert macht.” (Band 6, Seite 102)

 

Ideen motivieren. Eine Idee, die einmal in unseren oder unserer Kinder Gedanken  verankert ist, kann Hervorragendes bewirken. Wir können uns in Gedanken vorstellen, wie diese Idee in unserem Leben aussehen könnte und werden von unseren Vorstellungen über die Zukunft inspiriert.

 

Wir lesen zum Beispiel ein Buch oder einen Blog darüber, wie man aus einem Haus einen Ort der Geborgenheit machen kann. Wir stellen uns dann vor, wie das in unserem Leben aussehen könnte. Diese Gedanken führen folglich zu einem Plan, wie wir diese Ideen in der Praxis auführen können. Jetzt sind wir motiviert, diese Dinge in die Tat umzusetzen.

 

Oder unsere Kinder lesen eine Geschichte von einer Frau, die niemals zufrieden war und immer mehr haben wollte, bis sie schliesslich alles verlor. Vielleicht erinnern sich dann die Kinder an die Geschichte, wenn sie einen Spielzeugkatalog ansehen oder einen Wunschzettel schreiben. Die Gewohnheit der Zufriedenheit wächst.

 

Oder vielleicht hören sie ein schönes Gedicht über Gottes Schöpfung und die Natur, und es entwickelt sich das Verlangen mehr Zeit im Freien zu verbringen. Die Naturliebe wird geweckt.

 

Man weiss nie, wann eine Idee zur Inspiration wird, aber Charlotte Mason erinnert uns, dass es töricht wäre, diesen Prozess dem Zufall zu überlassen. “Was säen Eltern? – Ideen” (Band 2, Seite 29). Eltern sollen regelmässig und absichtlich gute, liebevolle und noble Ideen säen. Diese können dann unsere Kinder motivieren, neue Gewohnheiten einzustudieren.

 

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Erster Schritt zu guten Gewohnheiten: Wiederholung

 

Meine Tochter und ich haben vor einiger Zeit eine Ballettaufführung zu einer Komposition von Beethoven gesehen. Die Tänzer, ein Mann und seine Ehefrau, waren fantastisch! Obwohl wir wussten, dass beide ihre Muskeln bis aufs Äußerste dehnten, haben ihre Bewegungen so einfach und graziös ausgesehen.

 

Im Interview nach der Aufführung haben das Ehepaar berichtet, dass sie beide 7 oder 8 Stunden am Tag üben müssen. Das hat mich nicht weiter verwundert. Je öfter wir bestimmte Bewegungen üben, desto einfacher werden sie.

 

Oft vergessen wir, dass, was im Sport als selbstverständlich angesehen wird, auch im täglichen Leben gilt.

 

Gewohnheiten müssen geübt werden.

 

Charlotte Mason sagte dazu:

 

“Im Sport sagen wir oft, dass wir trainieren wollen, aus der Übung sind, oder trainieren müssen. Dabei vergessen wir, dass dieses Prinzip auch im täglichen Leben gilt. Was wir immer wieder üben, fällt uns leicht. Was wir nicht geübt oder trainiert haben, fällt uns schwer. So wie das Klavierspiel täglich geübt werden muss, muss auch richtiges Handeln immer wieder wiederholt werden.” (4. Band, Buch I, Seite 208)

 

Der erste Schritt eine neue Gewohnheit zu erlernen, ist diese immer wieder zu wiederholen. Unser Gehirn legt für jede gefestigte Gewohnheit eine Nervenbahn an. Wenn wir eine Handlung oft genug wiederholen, können wir diese bald ohne weiteres Nachdenken ausführen.

 

Sowie man das Volleyball-Spiel durch häufiges Üben wie im Traum beherrschen kann, können Gewohnheiten, wie Gehorsam und Gefälligkeiten - wie das Offenhalten von Türen - in Fleisch und Blut übergehen. Übung macht dabei den Meister.

 

Wähle eine Gewohnheit, die du als Familie einstudieren möchtest und gib den Kindern die Möglichkeit, diese Gewohnheit innerhalb von 6 bis 8 Wochen sooft wie möglich zu üben. Durch beständiges Üben wird der Erfolg bald sichtbar werden.

 

“Jedes Mal, wenn wir eine Handlung ausüben, trägt diese zur Gewohnheitsbildung bei. Wenn wir eine einzige Handlung 100 Mal praktiziert haben, ohne eine Gelegenheit zu verpassen, ist diese in Fleisch und Blut übergangen.” (4. Band, Buch I, Seiten 208, 209)

 

 

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