Ludwig van Beethoven

Charlotte versuchte, jeden Schultag so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, indem sie mehrere Fächer einbaute und kein Tag wie der andere ablief. Mit Abwechslung im täglichen Ablauf gewinnt man die volle Aufmerksamkeit der Schüler,  wie wir schon zu Beginn der Serie besprochen haben.

Heute wollen wir besprechen, wie Charlotte Musik in den Unterricht eingebaut hat und wie einfach auch du bei deinem Heimunterricht Freude daran haben kannst.

 

Musik

 

Charlotte hat erkannt, dass nicht aus jedem Schüler ein Virtuose werden wird, aber sie begriff, dass Schönheit und Genuss ins Leben kommen wenn Interesse an guter Musik, am Singen und Musizieren geweckt werden. So erreicht man jedes dieser Ziele:

 

Interesse an Musik

 

Such einen Komponisten aus und spiele dessen/deren Musik für einige Wochen im ganzen Haus. Du kannst sie im Hintergrund laufen lassen, wenn ihr beim Mittagessen seid oder auch, wenn ihr beim Basteln oder im Auto unterwegs seid. Du kannst sie laufen lassen, wenn sich die Kinder ausruhen oder schlafen gehen (vorausgesetzt, die Musik ist nicht zu wild!). Dabei musst du nicht lang und breit erklären; sag den Kindern einfach, welcher Komponist da gespielt wird. Nach einigen Wochen werden die Kinder ein gutes Gefühl für den Stil des Komponisten bekommen. Und dann kommt einfach der nächste dran. Und so weiter. So einfach geht's, und doch ist es so effektiv!

 

Unterrichtstipp

 

Wenn du eine gute und lebendige Biographie zum ausgewählten Komponisten findest, dessen Musik gerade dran ist, lies sie den Kindern vor.

Für die ganze Familie sind die musikalischen Bilderbücher vom Annette-Betz-Verlag  eine wunderbare Möglichkeit, den jeweiligen Komponisten kennen zu lernen. Es gibt die musikalischen Bilderbücher zu Bach, Vivaldi, Mozart, Strauss, Beethoven, Chopin, Haydn, Wagner, Händel, Verdi usw.

 

Singen

 

Charlottes Schüler hatten Spaß in ihren kurzen Singeinheiten mehrmals pro Woche. Sie verwendete die „Sol-Fa-Methode“. Im Film „The Sound of Music “wird diese Methode verwendet. Die komplette Methode beinhaltet auch Handzeichen und lehrt die Kinder, genau zuzuhören und später mehrstimmig singen zu können.

Mach dir keine Sorgen darüber, wenn du keine Julie Andrews bist, die ihren Kindern beibringen kann, wie man mehrstimmig singt; es macht immer Freude, mit der gespielten Musik mitzusingen, beim Spielen und auch als Familie gemeinsam zu singen. Der Schlüssel ist, Mut zum Singen zu machen.

 

Ein Instrument spielen

 

Alle Schüler von Charlotte hatten Klavierunterricht. Welches Instrument auch immer du bzw. deine Kinder wählen, vergiss nicht, einen gut abgerundeten Unterricht anzubieten. Charlotte betonte, dass jede Musikunterrichtsstunde drei Aspekte berücksichtigen sollte: Musiktheorie, Gehörtraining und der Unterricht am Instrument selbst.

 

Und achte darauf, dass dein Kind von Anfang an einen sehr guten Lehrer hat. Vergiss nicht, du legst damit das Fundament und förderst dadurch das Kunstinteresse deines Kindes. Charlottes Meinung: „Wenn möglich, lass deine Kinder von den Künstlern, die ihre Arbeit lieben, lernen. Lass nicht zu, dass ein unqualifizierter Lehrer das Fundament dafür legt, was dein Kind einmal in der Zukunft machen wird oder einer, der in deinem Kind nicht die Begeisterung entfachen kann, die das Leben der Kunst ist.“ (Vol. 1, Seite 314)

 

Wir haben jetzt schon über viele Schulfächer und die Methoden gesprochen, die Charlotte verwendet hat. Hoffentlich fühlst du dich schon ein wenig zuversichtlicher für den Unterricht für Geschichte, Geographie, Sprache, Naturwissenschaft, Handarbeit, Sachkunde Fremdsprachen und Musik.

 

Und denk daran, dass du nicht jedes Fach jeden Tag unterrichten musst. Vielmehr solltest du Abwechslung hineinbringen; deine Kinder werden dabei viel gewinnen!

 

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