Übergang zu Charlotte Mason: Einmal pro Woche

Sobald man sich mit den Grundlagen, die im vorigen Artikel beschrieben wurden, vertraut gemacht hat, kann man nun eine oder mehrere Methoden einmal pro Woche dem Unterricht hinzufügen:

 

Bilderstudium, Musikstudium, Poesie, Naturkunde, Jahrhundert-Buch und Diktate.

Man wählt einfach eine dieser Methoden und praktiziert sie einmal wöchentlich ein paar Wochen hintereinander, bis man sich daran gewöhnt hat. Dann wählt man eine weitere Methode und fügt diese dem Unterricht hinzu.

 

Nun folgt eine kurze Beschreibung, wie diese Methoden in dieser Phase praktisch angewandt werden können.

 

Künstler und Bildbetrachtung

 

Man wählt einen Künstler und eines seiner Kunstwerke aus einem Buch, das aus der Bücherei ausgeliehen wird, oder auf einer Internetseite betrachtet werden kann. Nachdem über den Namen des Künstlers und dessen Kunstwerke gesprochen worden ist, sehen sich nun alle das Bild so genau und lange an, bis sie es mit geschlossenen Augen im Detail vor sich sehen. Wenn alle bereit sind, wird das Bild abgedeckt bzw. umgedreht. Nun sollen das Bild alle so genau wie möglich beschreiben. Die Kinder sollen ermutigt werden, so viele Details wie möglich zu nennen. Nachdem ein jeder die Möglichkeit hatte, ein Detail der Beschreibung hinzuzufügen, wird das Bild wieder aufgedeckt bzw. umgedreht. In der darauffolgenden Woche wählt man ein anderes Bild vom selben Künstler und wiederholt den beschriebenen Vorgang. Idealerweise bleibt man sechs Wochen lang beim selben Künstler. Nach Ablauf der sechs Wochen sollte ein jeder eine gute Ahnung von dem Stil des besagten Künstlers haben. Dann wählt man einen anderen Künstler, dessen Werke wieder in den nächsten sechs Wochen studiert werden. Beispiel: Leonardo da Vinci

 

Komponist

 

Dies funktioniert ähnlich wie das Lernen über einen Künstler und dessen Werke. Man wählt einen Komponisten und hört sich gemeinsam sechs Wochen lang seine Werke an. Das kann während des Mittagessens, wenn man im Auto unterwegs ist, vor dem Schlafengehen oder wann immer es am besten passt, sein.

 

Wenn man eine gute “lebendige” Biographie über den besagten Komponisten (oder im Fall des Bilderstudiums: Künstlers) findet, liest man diese gemeinsam innerhalb der sechs Wochen. Die Kinder sollen das Gelesene wieder in eigenen Worten nacherzählen. 

Mehr dazu gibt es hier.

Beispiel:  Johann Sebastian Bach

 

Poesie

 

Wie auch beim Bilder- und Musikstudium ging es Charlotte Mason bei Poesie nicht um Kritik, sondern um Wertschätzung. Die einfachste Art und Weise, Poesie im CM-Unterricht zu integrieren, wäre einmal pro Woche laut ein Gedicht vorzulesen. Dabei muss nicht analysiert, kritisiert oder nach Symbolen gesucht werden. Man freut sich einfach gemeinsam an den Worten und Ideen und konzentriert sich sechs Wochen lang nur auf einen Dichter und liest nur dessen Werke.

 

In den CM-Schulen wurden jeden Tag Gedichte gelesen. Man fängt aber lieber einmal pro Woche an, bis Poesie zum schulischen Alltag gehört.

Mehr zum Thema Gedichte gibt es hier.

Ein Beispiel einer solchen Gedichte-Einheit: Gedichte

 

Naturbeobachtung und das Notizheft

 

Einmal pro Woche plant man einen halben Tag im Wald ein, oder anderswo in der Natur. Jedes Kind erhält sein eigenes Notizheft, in welchem die Kinder ihre Beobachtungen oder Zeichnungen eintragen können. Naturbeobachtung bildet die Grundlage für das Studium der Naturwissenschaft. Außerdem bietet sie die Möglichkeit, sich geistig und körperlich im Freien zu erholen.

Mehr dazu gibt es hier.

Beispiel: Naturtagebuch

 

Jahrhundert-Buch

 

Ein Jahrhundert-Buch ist ein Zeitstreifen in Buchformat. Ein Jahrhundert-Buch hilft, Verbindungen zwischen Menschen und geschichtlichen Ereignissen herzustellen. Das Schöne ist, dass man im Jahrhundertbuch eintragen kann, was immer man will. Damit man die Eintragungen nicht vergisst, sollte man einen Tag pro Woche dafür einplanen.

Beispiel: Jahrhundert-Buch

 

Hier gibt es ein Jahrhundert-Buch zum Ausdrucken

 

 

Diktate zur Erlernung der Rechtschreibung 

 

Anstatt Wörterlisten verwendete Charlotte Mason interessante Auszüge aus "lebendigen" Büchern.  Rechtschreibung wurde erst ab dem 9. oder 10. Lebensjahr trainiert. Die Kinder lesen den gewählten Absatz und suchen (gemeinsam mit dem Erwachsenen) die schwierigen oder unbekannten Wörter. Diese Wörter werden dann im Wörterbuch gesucht und sich eingeprägt. Wenn das Kind die Wörter gelernt hat und sich mit der Klein- und Großschreibung sowie den Satzzeichen vertraut gemacht hat, diktiert man den Absatz, jeweils nur ein paar Wörter auf einmal. Man kann diese Art von Diktaten mit Auszügen eines beliebigen “lebendigen” Buches machen.

 

In Phase 2 wählt man jeweils immer nur eine neue Aktivität und führt diese einmal pro Woche aus.

Zum Beispiel: Bilderstudium montags, Musikstudium dienstags, Poesie mittwochs, Naturkunde donnerstags und Jahrhundert-Buch freitags. Diktate können ein oder zweimal pro Woche gemacht werden, eventuell Dienstag und Donnerstag. Natürlich kennt man sich mit dem Stundenplan selbst am besten aus und fügt die Diktate dann hinzu, wann es am besten passt.

Jetzt ist es wichtig, sich genug Zeit zu nehmen und sich an der Einfachheit dieser effektiven Methode zu erfreuen. Wenn sich alle an diese neuen Methoden gewöhnt haben, ist es Zeit für Teil 3 !

 

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